Ingredients
Taurin
Vorkommen
Taurin ist eine in der Natur sehr häufig vorkommende Aminosäure. Sie wurde das erste Mal (vor ca. 40 Jahren) in der Galle von Ochsen gefunden, worauf auch der lateinische Name zurückzuführen ist. (1)
Taurin findet man in Säugetieren, in nahezu allen niederen Tieren und Pflanzen, sowie in besonders großen Mengen in Algen. Ferner enthalten zahlreiche Fische und andere Meeresbewohner Taurin. (2)(3)
Im menschlichen Körper ist Taurin die am häufigsten vorkommende freie Aminosäure und kann bis zu 50 Prozent aller freien Aminosäuren ausmachen. Bei einem Erwachsenen mit einem Körpergewicht von 70 Kilogramm beträgt der Tauringehalt ca. 70 Gramm. In hohen Konzentrationen findet man Taurin im menschlichen Körper unter anderem in den Muskeln, der Leber, der Lunge, dem Gehirn und in der Gallenflüssigkeit. (4)
Biologische Bedeutung
Taurin ist ein sehr einfach gebautes Molekül, das eine Fülle von unterschiedlichen Aufgaben im menschlichen Organismus übernimmt.
Im Rahmen der körpereigenen Synthese bildet der Mensch aus der Aminosäure Cystein mittels Vitamin B6 Taurin.
Die Selbstversorgung mit Taurin ist beim Menschen und hier speziell bei Frühgeburten nicht immer ausreichend, weil das für die körpereigene Synthese notwendige Enzym (Cystein-Sulfinat-Decarboxylase) erst mit der fortschreitenden Entwicklung vermehrt gebildet wird. (5)
Weltweit diskutieren zur Zeit Experten darüber, Taurin in die Reihe der essentiellen Aminosäuren aufzunehmen. (6)
Dabei handelt es sich um jene wesentlichen bzw. lebensnotwendigen Substanzen, die der Körper nicht oder zumindest nicht ausreichend selbst synthetisieren kann und die mit der Nahrung zugeführt werden müssen.
Die Wirkung von Taurin
- In der Netzhaut des menschlichen Auges spielt Taurin eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Struktur und Funktion der Photorezeptoren. Taurin ist in diesem Zusammenhang besonders in der embryonalen Entwicklung von Bedeutung. Bei Taurinmangel kommt es zu einer Störung der Sehfunktion. Eine amerikanische Forschergruppe hat in der international führenden medizinischen Fachzeitschrift, New England Journal of Medicine, folgendes berichtet: Bei Säuglingen, die längerfristig durch Infusionen ernährt werden mußten und so einem Taurinmangel ausgesetzt waren, ließen sich Netzhautveränderungen nachweisen, was den Rückschluß zuläßt, daß Taurin bei der Bildung intakter Lichtrezeptoren beteiligt ist.
- Bei Embryos ist Taurin wesentlich an der Ausbildung der Hörfunktion beteiligt. (7)(8)
- Während des Wachstums des Gehirns ist Taurin an der Bildung der Synapsen beteiligt und fungiert generell auch als Botenstoff (Neurotransmitter) im Gehirn.
- Durch die Bindung von Taurin an die Gallensäuren wird der Abbau von Fetten bei der Verdauung wesentlich erleichtert.
- Die Wirkung von Taurin auf das Herz-Kreislauf-System ist äußerst komplex und noch nicht vollständig erforscht. Wissenschaftlich nachgewiesen ist die positive Wirkung von Taurin bei Herz-Rhythmus-Störungen und eine blutdrucksenkende Wirkung. (9)(10)
- Taurin steigert die Beweglichkeit der Spermien und somit die Reproduktionsfähigkeit.
- Taurin ist an der Steuerung des Elektrolythaushaltes beteiligt.
Taurin hat eine Schutzwirkung auf Zellen, die speziell bei weißen Blutkörperchen und Nervenzellen nachgewiesen wurde.
- Senkung des Cholesterinspiegels durch Senkung des LDL-Spiegels. (2)
- Stimulation von Glykolyse (2) (Abbauweg von Kohlehydraten im Organismus) und Glykogenese (Neubildung von Zucker in Form tierischer Stärke, als speicherungsfähiges, energiereiches Kohlehydrat vorallem in Leber und Muskeln).
Anwendung
- Taurin wurde bei Vergiftungsfällen mit Herbiziden (11), herzwirksamen Präparaten und Kopfschmerz-Mittel (12) bereits wirksam eingesetzt.
- Eine japanische Forschergruppe stellt Taurin als wirksame Substanz sowohl in der präventiven als auch therapeutischen Osteoporose-Behandlung (Schwund des festen Knochengewebes) in Aussicht. (13)
- Aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften und seiner Rolle bei Entzündungen sowie bei der Bindegewebeneubildung wurde kürzlich über einen möglichen Einsatz von Taurin bei der Wundheilung berichtet. (14)
- Das Ergebnis einer Studie, die parallel an mehreren italienischen Kliniken an 55 Patienten durchgeführt wurde, läßt den Schluß zu, daß es bei schweren Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen und einem ernährungsbedingten schlechten Zustand des Patienten ratsam ist, Taurin zu verabreichen. (15)
- Durch die Behandlung von Taurin konnte an der Universitätsklinik von Osaka die Herzmuskel-Schwäche bei Patienten verringert werden. (16)
Je nach Erkrankung kamen im Laufe der hier angeführten Studien unterschiedliche Dosierungen zum Einsatz. Die Bandbreite erstreckt sich von 0,25 bis 4 Gramm pro Tag. Über Nebenwirkungen von Taurin liegen keine Hinweise vor
Quellenverzeichnis