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CHAN 2016 – IN AFRIKA ROLLT DER BALL

Und nein, wir sprechen hier nicht von Jackie, dem Filmstar und Karateguru. Die Rede ist vielmehr vom Afrikanischen Nationenturnier, das ab dem 16. Januar in Ruanda über die Bühne geht. Seit 2009 findet der Bewerb statt, zusätzlich zur Afrikameisterschaft. Während es sich bei letzterem um das Pendant zur Europameisterschaft handelt, wartet das noch junge Turnier mit einigen Besonderheiten auf.

Das beginnt bei den Spielern: Gemeldet werden dürfen nur Profis, die in den Ligen ihrer Heimatländer spielen – Legionäre aus Europa sind demnach nicht spielberechtigt. Spielten zu Beginn nur acht Teams mit, stieg die Anzahl 2011 bereits auf 16 Nationen. 2013 fand kein Turnier statt, gespielt wurde erst wieder 2014, das nächste Turnier steht 2016 an. Wir haben einen Blick auf die Teilnehmer, die Qualifikation und die Favoriten geworfen und verraten, worauf sich Fußballfans 2016 freuen dürfen.

Zeitgleich mit der Qualifikation zur Europameisterschaft in Frankreich 2016 suchte auch der afrikanische Kontinent die Teilnehmer für das Nationenturnier. Die Qualifikation für den CHAN 2016 wurde bereits im Oktober beendet, 16 Nationen – inklusive dem Gastgeberland – sind dabei. Bislang gab es drei verschiedene Sieger: 2009 stemmten die Herren aus der DR Kongo den Pokal in die Höhe, gefolgt von Tunesien 2011. 2014 gewann dann das libysche Team. Ghana scheiterte zweimal im Finale, führt aber die ewige Endrundentabelle an – in insgesamt 14 Spielen konnten 20 Punkte erobert werden, zum Sieg reichte es bislang allerdings noch nicht. Das wird auch 2016 so bleiben, verpasste die Mannschaft doch den Aufstieg in die Endrunde gegen die Elfenbeinküste.

In der Qualifikation präsentierten sich einige Teams bereits recht stark: Marokko beispielsweise wurde in der Nordzone überlegen Erster, mit drei Siegen und einem Unentschieden bei vier Spielen. Letzter in dieser Gruppe wurde mit Libyen der Titelverteidiger. Die Elfenbeinküste warf in der letzten Qualifikationsrunde der Westzone B das traditionell starke Team aus Ghana aus dem Bewerb, darf also durchaus zu den Mitfavoriten gezählt werden. Ebenfalls souverän qualifizierte sich Uganda aus der Zone Zentral-Osten, in zwei Spielen gab es lediglich ein Gegentor, bei acht selbst erzielten Treffern. Die Demokratische Republik Kongo, immerhin Sieger des ersten Turniers, qualifizierte sich mit einem Gesamtergebnis von 6:0 gegen die Zentralafrikanische Republik ebenfalls problemlos, aus der Zentralzone stiegen außerdem noch Kamerun und Gabun in die Endrunde auf.

Südafrika, immerhin Gastgeber der FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2010, schied knapp gegen Angola aus. Nach einem 0:2 im Hinspiel reichte ein 2:1-Sieg im Rückspiel gegen Angola nicht mehr.

Wer sind die Favoriten? Mit Ghana, Libyen oder Südafrika mussten sich traditionell starke afrikanische Teams bereits in der Quali verabschieden. Vor allem Marokko, die DR Kongo oder Nigeria präsentierten sich stark, auch Mali zog mehr oder weniger souverän in die Endrunde ein. Die beiden letztgenannten Mannschaften sind vor allem ob des starken Nachwuchses bekannt: Der spielt zu großen Teilen noch in der nationalen Liga und sorgte dieses Jahr bei der U17-WM für Furore: Die Jungs aus Nigeria konnten den Titel erobern, im Finale schlug man Mali mit 2:0. Gut möglich also, dass wir dem einen oder anderen Nachwuchskicker nächstes Jahr schon beim Nationenturnier auf die Beine schauen dürfen.

Drei unterschiedliche Sieger bei drei Austragungen macht es allerdings schwierig, einen Favoriten zu finden. Libyen hatte man beim vergangenen Turnier immerhin auch nicht zwingend auf der Rechnung, ein Überraschungssieger ist demnach auch 2016 alles andere als ausgeschlossen. Vor allem die Tatsache, dass alle Nationen ohne ihre jeweiligen Stars aus den europäischen Ligen auskommen müssen, macht eine Einschätzung nicht einfach.

Die gute Seite: Junge, unbekannte Gesichter rücken nach, für den einen oder anderen Kicker könnte mit dem Nationenturnier die Tür in eine der starken europäischen Ligen weit aufgestoßen werden. Wer immer also auch gewinnen wird – das Turnier verspricht spannende Spiele, tolle Stimmung und jede Menge Tore. Da kann auch Jackie Chan nicht mithalten.

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