Navigation

JETZT IM TREND: POLO

Ein Polo-Spieler muss bei jedem Match ans Limit gehen: körperliche und geistige Fitness sind eine Grundvoraussetzung, um sich in diesem wahnsinnig energiegeladenen und schnellen Sport durchsetzen zu können. Um als Polo-Team zu siegen, ist aber auch der Zusammenhalt und das Vertrauen in der Gruppe enorm wichtig. Nur wer als Team eine Einheit bildet, kommt auf dem Spielfeld, das fünfmal so groß wie ein Fußballfeld ist, überhaupt in die Nähe des Tores.  Noch dazu kommen die anspruchsvollen Regeln der Sportart, die nur auf den ersten Blick einfach klingen: zwei Teams mit je vier Reitern treten gegeneinander an und versuchen vom Pferd aus die meisten Tore zu schießen.

Vor allem in Argentinien und seinen Nachbarländern Brasilien und Chile gehört Polo heute zur absoluten Trend-Sportart. Nicht nur die speziell für den Sport gezüchteten, besonders schnellen und wendigen Pferde, sondern auch die Top-Spieler kommen aus dieser Region. Das macht sich auch bei den alle vier Jahre stattfindenden Weltmeisterschaften bemerkbar: hier kämpfen vor allem die Nationalmannschaften dieser drei Länder um den Sieg.

Damit ihr als Polo-Neulinge durchblickt, haben wir für euch die wichtigsten Regeln zusammengefasst.

Die goldene Regel: Das Wegerecht
Wichtigste Polo-Regel ist das Wegerecht: Dieses hat der Spieler,  der sich direkt auf der Fluglinie des Balles befindet – also in der so genannten „Line of Ball“ steht oder mit seinem Pferd reitet. Kein anderer Spieler darf diese Linie kreuzen und so das Risiko eines Zusammenstoßes mit dem Reiter, der das Wegerecht hat, eingehen. Mit der richtigen Taktik und dem entsprechenden Einsatz der Energie des Pferdes und des eigenen Körpers, gelingt die Balleroberung aber dennoch.

Abreiten und Hooken
Um dem Gegner den Ball abzunehmen, ist ein parallel ausgeführtes „Abreiten“ (oder auch „Push) erlaubt. Dabei wird versucht, den anderen Spieler mit dem eigenen Pferd oder dem eigenen Körper von seiner Linie abzudrängen und so den Ball zu erobern. Die Verwendung der Ellenbogen ist aber verboten. Eine ebenfalls erlaubte Aktion ist das „Hooken“, bei dem der eigene Schläger in den des Gegners eingehakt wird, wodurch ein Abschlagen des Balles behindert wird.

Handicaps
Interessant sind auch Spieler-Handicaps: Polo-Spielern werden je nach Können Handicaps von -2 bis +10 zugewiesen, wobei den Bestwert von +10 weltweit nur eine Handvoll Spieler erreichen. In Teams werden die Handicaps aller Spieler addiert und Turniere in den drei Spielklassen Low-, Medium- oder High-Goal gespielt. Einzigartig ist in diesem Zusammenhang auch diese Regel: Treten zwei Teams gegeneinander an, die aufgrund ihrer Handicaps eigentlich in unterschiedlichen Klassen spielen, wird der Vorteil durch eine der Differenz entsprechenden Torvorgabe ausgeglichen.

Spielzeit
In Sachen Spielzeit gelten regionale Unterschiede. Während in Europa für gewöhnlich vier Zeitabschnitte, so genannte „Chukkas“, mit je 7,5 Minuten und einer 7-minütigen letzten Runde gespielt werden, werden in Nord- und Südamerika sechs bis neun Abschnitte bestritten.

Ändernde Spielrichtung
Für Neulinge kann diese Regel für Verwirrung sorgen: Nach jedem Tor, ändert sich die Spielrichtung. Das gleicht einerseits etwaige Vor- oder Nachteile durch eine tiefstehende Sonne aus und zum anderen wird dadurch der Rasen möglichst gleichmäßig beansprucht.

Spielfeld
Das Spielfeld ist 300 mal 200 Yards (276  mal 170 Meter) groß und ist mit gut 50.000 Quadratmetern das größte Sportspielfeld überhaupt. Zum Vergleich: Ein Fußballfeld verfügt maximal über „nur“ 10.800 Quadratmeter. Manche Veranstalter gehen aber dazu über, kleinere Flächen zu verwenden, um das Geschehen für die Zuschauer übersichtlicher zu gestalten. Neben dem klassischen Polo-Spiel auf Rasen kann der Sport auch auf Sand oder Schnee gespielt werden.

Auf dem Spielfeld versuchen die beiden Mannschaften mit je vier Reitern, den Ball mittels Poloschlägers in das gegnerische Tor zu befördern und dabei gemeinsam mit ihrem Pferd ans körperliche Limit zu gehen. Aufgrund dieser Anstrengungen sollte jeder Polospieler mehrere Pferde – im Idealfall mindestens vier – sein eigen nennen, da ein Pferd nie zwei Spielabschnitte hintereinander zum Einsatz kommt.

Die Pferde
Was für Neulinge oft auch für überraschte Gesichter sorgt, ist die Tatsache, dass es sich bei Polopferden um spezielle, besonders energiegeladene Züchtungen handelt. Heutige Polopferde stammen von Ponies aus der gebirgigen Himalaja-Region ab, die im Laufe der Zeit mit englischen, amerikanischen, arabischen und südamerikanischen Vollpferden gekreuzt wurden. Das hat dafür gesorgt, dass heutige Polopferde einige für den Sport besonders wichtige Eigenschaften in sich vereinen: sie sind widerstandsfähig, schnell, wendig und mutig.

  1. Vorheriger
  2. Nächster